Zürcher Wirtschaftsmonitoring 02/17

19.06.2017 - Mitteilung

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Sommer an der Limmat

Die Zürcher Wirtschaft beschleunigt sich nach einer kurzen Schwächephase im Winter spürbar. Vor allem die für den Kanton sehr bedeutenden verschiedenen Dienstleister sowie die Banken vermelden eine deutlich bessere Geschäftslage. Weiterhin schwierig bleibt das Umfeld in der Industrie und im Detailhandel. Die Arbeitslosigkeit dürfte saisonbereinigt im Verlauf des Jahres weiterhin leicht sinken.

Zürcher Wirtschaft nimmt Fahrt auf

Nach einer kurzen Atempause im Winter 2016/17 hat die Zürcher Wirtschaft wieder an Schwung gewonnen. Die Geschäftslage ist in allen Branchen ausser dem Detailhandel und der Industrie gut und hat sich weiter verbessert. Dies gilt vor allem auch für die in Zürich sehr bedeutenden verschiedenen Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem die Informationsdienstleistungen, das Grundstück- und Wohnungswesen, die Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung oder das Gesundheits- und Sozialwesen. Überraschend positive Anzeichen kommen aber auch vom Bankensektor. Die Nachfrage von Bankkunden hat sich in den vergangenen sechs Monaten deutlich erholt und damit massgeblich zur besseren Geschäftslage der Banken beigetragen.

Nach wie vor unbefriedigend ist die Ertragslage in der Industrie. Unter der erneuten Aufwertung des Schweizer Frankens haben die Verkaufspreise erneut gelitten und die Margen der Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen. Der Auftragsbestand hat sich hingegen wieder verbessert und auch die Erwartungen für die Produktionsentwicklung in den kommenden drei Monaten sind sehr gut. Im Detailhandel läuft das Geschäft nur bei den grossen Unternehmen einigermassen befriedigend. Sie können die gegenwärtigen grossen Herausforderungen, vor allem den Einkaufstourismus und den wachsenden Online-Handel, am ehesten bewältigen. Insgesamt dürfte die Zürcher Volkswirtschaft in diesem Jahr mit gut 1.5% leicht stärker wachsen als 2016. Als Folge davon wird der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit vermutlich anhalten.

Impulse aus dem Ausland

Die Weltwirtschaft hat sich zu Beginn des Jahres leicht beschleunigt und dürfte positiv auf die Zürcher Unternehmen einwirken. Haupttreiber der Beschleunigung sind die USA. Sie sind gemäss den Berechnungen des AWA der zweitwichtigste ausländische Handelspartner der im Kanton Zürich ansässigen Unternehmen. Im Euroraum hält das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) nun seit vier Jahren ununterbrochen an. Es dürfte sich in diesem Jahr zwar weiter fortsetzen, allerdings ohne sich zu beschleunigen. Dies gilt insbesondere auch für den bedeutendsten ausländischen Handelspartner Deutschland.

Spezialthema: Herausforderungen und Zukunftsmodelle der Arbeitslosenversicherung

«Die Arbeitslosenversicherung muss den neuen Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung tragen» Bei den Regionalen Arbeitsmarktvermittlungszentren melden sich vermehrt stellenlose Personen, die keinen Anspruch auf Taggelder der Versicherung haben. Ein Gespräch mit Thomas Buchmann, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA) Kanton Aargau, und Edgar Spieler, Leiter Arbeitsmarkt des AWA Kanton Zürich, über Herausforderungen und Zukunftsmodelle der Arbeitslosenversicherung.

Angelo Wetli, stellvertretender Leiter der Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA, zeigt in einem weiteren Beitrag auf, dass sich die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) vermehrt Personen beraten, die keine monetären Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhalten. Das arbeitsmarktliche Integrationspotenzial und Wege der (Re-)integration dieser Nichtleistungsbezüger in den Arbeitsmarkt sind Gegenstand einer kürzlich erschienen wissenschaftlichen Studie von AMOSA.

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