Digitalisierung beschleunigt Strukturwandel im Finanzsektor

13.01.2017 - Medienmitteilung

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Der Finanzsektor ist weiterhin die wichtigste Branche der Region Zürich in Bezug auf die Bruttowertschöpfung und die Arbeitsplätze. Derzeit befindet er sich in einem schwierigen Geschäftsumfeld, doch für die Jahre 2017 und 2018 ist mit einer leicht anziehenden Dynamik zu rechnen. Die Digitalisierung wird viele Prozesse automatisieren und die Produktivität in den kommenden Jahren weiter steigern. Dies sind Ergebnisse der Studie «Finanzplatz Zürich 2016/2017» des kantonalen Amtes für Wirtschaft und Arbeit und der Stadtentwicklung Zürich.

Die wirtschaftliche Entwicklung Zürichs ist eng mit dem Finanzplatz verbunden. 2015 generierte der Finanzsektor eine Bruttowertschöpfung von 26,5 Milliarden Franken und steuerte damit gut 17 Prozent zum regionalen Bruttoinlandsprodukt bei. Knapp jeder zehnte Beschäftigte der Region Zürich war 2015 im Finanzsektor tätig. Die Bedeutung der Finanzbranche wird weiter unterstrichen durch die Tatsache, dass viele wirtschaftliche Dienstleistungen indirekt mit dem Finanzsektor in Verbindung stehen.

Anziehende Dynamik ab 2017

In den Jahren seit der Finanzkrise hat sich der Finanzplatz Zürich wenig dynamisch entwickelt. Derzeit befindet er sich in einem schwierigen Geschäftsumfeld. BAK Basel Economics, welche die neue Analyse zum Zürcher Finanzsektor erstellte, rechnet für 2016 mit einem Wachstum des Zürcher Finanzplatzes von 0,5 Prozent. Für die Jahre 2017 und 2018 wird eine leicht anziehende Dynamik erwartet (2017: 1,5 Prozent; 2018: 1,8 Prozent).

Digitalisierung beschleunigt Strukturwandel im Finanzsektor

Die fortschreitende Digitalisierung gilt als einer der wichtigsten Treiber für den Strukturwandel im Finanzsektor. Da sie die Auslagerung von Geschäftsprozessen erleichtert, ist sie eng mit der Industrialisierung des Finanzsektors verbunden, welche die Effizienzsteigerung der einzelnen Wertschöpfungsschritte bezeichnet. Zu beiden Themenbereichen wurden Banken und Versicherungen der Region Zürich befragt. Beide Sparten reagieren auf die veränderten Kundenbedürfnisse und weiten ihr Angebot an Online- bzw. App-Angeboten aus. Banken bewerten ihre Prozesse als stärker digitalisiert als Versicherer. Insbesondere beim Zahlungsverkehr oder bei den Wertschriftentransaktionen sei die Digitalisierung bereits relativ weit fortgeschritten. Insgesamt besteht jedoch noch Nachholbedarf.

Digitalisierung als Vorwärtsstrategie des Standorts Zürich

Den wirtschaftlichen Herausforderungen des Zürcher Finanzplatzes stehen Chancen gegenüber in Form von Innovationen, Qualitätsverbesserungen sowie in der fortschreitenden Digitalisierung. Zürich ist auf diesem Gebiet gut positioniert, an der ETH Zürich wird beispielsweise Grundlagenforschung zu den Themen Fintech und Blockchain-Technologie betrieben. Dabei handelt es sich um Software- und Transaktions-Lösungen für innovative Produkte des Finanzsektors. Für 2017 ist auf dem Gelände des zukünftigen Innovationsparks Zürich ein gesamtschweizerisches Blockchain-Forschungs- und Innovationszentrum geplant.

Stadt und Kanton Zürich betreiben gemeinsam den Finanz-Cluster der Region Zürich und setzen sich dafür ein, dass der hiesige Finanzplatz Entwicklungen wie die der Blockchain-Technologie entscheidend mitprägen kann.

(Medienmitteilung der Volkswirtschaftsdirektion) 

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